Einleitung:

WordPress ist mittlerweile eines der meistgenutzten Open Source Content-Management-Systeme (CMS). Der Marktanteil von WordPress spricht da deutlich für sich. Mit diesem Beitrag möchte ich verschiedene Varianten aufzeigen, wie ein Backup für die eigene WordPress-Seite erstellt werden kann. Gemeint ist hier die WordPress-Version, die man sich mehr oder weniger selbst installieren kann, nicht die frei nutzbare Variante von WordPress.com.

1. Vollständiges Backup – manuell

Mit einem vollständigen Backup meine ich eine tatsächliche 1:1 Kopie der jeweiligen WordPress-Seite. Grundlegend kann man das Vorgehen daher auch in zwei separate Schritte unterteilen.

1.1. Datenbank-Backup

Um ein Datenbank-Backup durchzuführen wird Zugriff auf die zum System passende Datenbank benötigt. Den bekommt man normalerweise vom Provider. Da WordPress meistens mit einer MySQL-Datenbank genutzt wird, steht für die Bearbeitung der Datenbank meistens die Schnittstelle PHPMyAdmin zur Verfügung. Also einfach da mit den entsprechenden Zugangsdaten einloggen. Anschließend über den Tab „Export“ alle Tabellen der Datenbank anwählen und auf „OK“ oder „Download“ klicken. Die Standardeinstellungen für einen Export sind eigentlich auch so gesetzt, dass dann alle Daten aus allen Tabellen exportiert werden. Wichtig dabei ist, dass tatsächlich keine Tabelle ausgewählt ist, sondern die gesamte Datenbank.

Thema Dateiformat – In welchem Dateiformat soll das ganze gespeichert werden? Am besten bietet sich da SQL an, da das auch die Sprache ist, die MySQL versteht. CSV, Open Document Spreadsheet und XML funktionieren aber auch. Generell kann es manchmal zu Unstimmigkeiten beim Import kommen, wenn ein anderes Dateiformat als SQL verwendet wird (zumindest nach meinen Erfahrungen).

1.2. File-Backup

Um nun den zweiten Teil abzuschließen benötigt man ein FTP-Programm.  Da gibt es einige, ich kann FileZilla und auch WinSCP empfehlen. Einfach die Verbindung zum entsprechenden Webspace einstellen, die Daten dafür kommen normalerweise auch vom Provider. Danach lädt man einfach das gesamte WordPress-System vom Webspace runter.

1.3. Abschließend

Es bietet sich an die Daten zusammen zu speichern. Ich z.B. lege dafür einen Ordner mit Projekname/Blogname und Datum an und speichere darin die Dateien und das Datenbank-Backup. Das ganze kann natürlich auch in einem ZIP-Archiv komprimiert und abgelegt werden. Um wirklich sicher zu sein, sollte das Backup nicht nur auf dem eigenen Rechner abgelegt werden. Ich empfehle euch die letzten drei Backups auf dem eigenen Rechner zu behalten und den Rest zusätzlich auf einer Externen Festplatte bzw. CD/DVD abzulegen. Das findet ihr jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber überlegt euch mal das: euer Rechner hat einen Totalausfall und die Festplatte ist Schrott. Den Rest könnt ihr euch sicher denken 😉

2. Backup per Plugin

Es gibt einige Plugins, die Backups bereitstellen und das ganze auch ziemlich einfach handhabbar machen. Um eines zu finden reicht es nach dem Begriff „Backup“ in der Plugin-Suche zu stöbern und schon findet ihr eine Vielzahl. Das eine kann vielleicht mehr als das andere, generell stellen aber alle das bereit was sie versprechen. Die Backups werden dabei meist direkt auf dem Webspace gespeichert wo auch das WordPress-System liegt und müssen noch runter geladen werden. Manche Plugins stellen auch einen automatischen Backup-Plan bereit. Oft kann man sich dann auch per Mail benachrichtigen lassen und wird direkt zum Download geführt.

Hier eine Liste der gängigsten Plugins für Backups:

3. WordPress-Werkzeuge

WordPress bietet ab Installation Tools um Backups zu erstellen und auch wieder aufzuspielen. Diese findet ihr unter dem Punkt „Werkzeuge“ im Dashboard, hier können Daten importiert und auch exportiert werden. Manchmal muss dazu noch ein Tool zusätzlich installiert werden. Was hier gemacht wird ist ein Backup aller Texte, Bilder, Einstellungen und Nutzerprofile des Systems. Was nicht gemacht wird ist ein vollständiges File-Backup. Das hat den Vorteil, dass das Backup insgesamt kleiner und auf das Wesentliche reduziert ist. Im Grunde wisst ihr ja meistens welches Theme und welche Plugins ihr installiert habt. Auch der Import ist hier dann relativ einfach.

Fazit

Wie ihr gelesen habt, habe ich hier drei verschiedene Varianten erläutert um ein WordPress-System zu sichern. Diese unterscheiden sich im Vorgehen und auch im Ergebnis hinsichtlich Vollständigkeit und Größe. Meine Empfehlung ist die erste Variante, ein vollständiges manuell erstelltes Backup. Hier hat man zum einen die Kontrolle was man genau speichern möchte und hat auch alles direkt parat um eine Seite im schlimmsten Fall umzuziehen. Alle Plugins, Themes, Bilder Posts, Seiten und Einstellungen sind genauso gespeichert wie live eingestellt. Außerdem wird das System so nicht durch ein zusätzliches Plugin belastet.

Die zweite Variante macht je nach Plugin auch ein vollständiges Backup und stellt dies zum Download bereit. Diese sind meistens zwischenzeitlich auf dem Webspace gespeichert und somit auch ausfallanfällig. Zudem hat man dann ein weiteres Plugin im System.

Mit der dritten Variante wird im Prinzip nur die Essenz der Seite, also die Inhalte, Medien und Einstellungen gespeichert. Alle Dateien werden dabei nicht gesichert. Das funktioniert zwar auch, aber wenn wirklich mal etwas schief läuft ist diese Variante die am schwierigsten zu reparierende.

Insgesamt sollte man noch erwähnen, das Backups nicht nur auf dem eigenen Rechner sondern auch extern gespeichert werden sollten. Auf dem eigenen Rechner würde ich, wie weiter oben schon beschrieben, die drei aktuellsten Backups speichern. Alle anderen z.B. auf einer Externen Festplatte, CD/DVD, Fileserver oder irgendwo anders möglichst ausfallsicher.

 

Fall ihr Fragen, Anregungen oder Kommentare habt, nutzt einfach das Kommentarfeld unten 😉

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